Speicher-Restriktionen von Microsoft bei Netbooks umgehen
Am Anfang war Microsoft – und hatte strenge Regeln. Bis Mitte 2009 durften Netbooks, die mit der abgespeckten Version der Betriebssysteme Windows XP oder Windows Vista ausgestattet waren, über maximale Festplattengrößen von 160 GB (klassische SATA- oder PATA-HDD) oder 32 GB (Solid State Disc) verfügen und mussten mit nur 1 GB RAM auskommen. Seit Windows 7 Starter beziehungsweise die Home-Basic-Variante auf den kleinen und ultraportablen Books zum Einsatz kommen, wurden die Festplatten-Maximalgrößen auf 250 GB bzw. 64 GB erhöht – bei 1 GB RAM blieb es allerdings. Reduziert wurde im gleichen Atemzug übrigens die maximale Bildschirmgröße auf 10,2″, weshalb bei den größeren Varianten vollwertige Windows-Systeme zum Einsatz kommen (müssen).
Wie kommt man nun zu mehr Speicherplatz beim Netbook? Einfach löst man das Problem beim flüchtigen Speicher – dem RAM-Baustein. Manche Books verfügen über einen zweiten Einschub für SO-DIMM-Bausteine, bei anderen muss der vorhandene 1-GB-Riegel ausgetauscht werden; in jedem Fall aber kann man die Kapazität so schnell mindestens verdoppeln und die Rechenleistung dank schnellerer Pagingprozesse steigern. Problematischer ist es bei der Festplatte, da diese ja das Betriebssystem “beheimatet”. Einziger gangbarer Lösungsansatz: Platte ausbauen, auf eine größere Variante spiegeln (z.B. mit Nero-Bordmitteln oder mit Spezialprogrammen von Acronis bzw. O&O) und diese in das Gerät zurücksetzen.Windows 7 Starter unterstützt übrigens sowohl den größeren RAM, als auch die größere HDD; nur ab Werk dürfen die Geräte so eben nicht ausgeliefert werden…
Immer mehr Produzenten von Netbooks setzen auf SSD-Speicher. Oftmals ersetzen die so genannten Solid State Disk eine Festplatte. Mittlerweile ist dieser Massenspeicher auch zum Nachrüsten im Handel zu haben. Wer eine besonders schnelle Festplatte bevorzugt, ist mit dem SSD-Speicher bestens bedient. Die SSD hat allerdings im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Festplattenspeicher keine mechanischen Bauteile mehr. Daten werden elektronisch über Flashbausteine bespeichert. Dies sind besonders kleine Speicherchips, auf die die Daten geschrieben werden. Bei einer herkömmlichen Festplatte werden die Daten auf magnetische Scheiben gespeichert. Wenn so eine Scheibe zu Boden fällt, geht sie leicht kaputt. Die Scheibe wird durch die Erschütterung unbrauchbar. Ein SSD-Speicher würde dies allerdings überleben. Ein Flashspeicher ist weniger störanfällig und robuster. Die verbesserte Geschwindigkeit und der Speicherplatz sind weitere Vorteil dieser Speicher. Gute Modelle arbeiten mit gut zweihundertfünfzig Megabyte in der Sekunde und des Weiteren mit einhundertfünfzig Megabyte beim Schreiben von Daten. Der Speicherplatz für ein Netbook bietet komfortable Möglichkeiten. Auch die Dateisuche ist in der Hälfte der herkömmlichen Zeit durchführbar. In vielen Fällen wird sogar die doppelte Leistung wie bei magnetischen Festplatten erzielt. Ebenfalls praktisch bei der SSD ist die relativ kurze Zugriffzeit. Bei einer üblichen Festplatte muss das System erst einmal den gewollten Datensektor finden, die SSD hingegen kann jede Speicherzelle direkt ansteuern. Dadurch ist sie bei der Index Suche wesentlich schneller. Der geringe Energieverbrauch stellt einen weiteren Vorteil dar. Der Akku wird merklich entlastet. Auch diese Tatsache macht den Einsatz von SSD bei Netbooks besonders sinnvoll. Anbieter werden diesbezüglich meist mit einer längeren Lebensdauer der Geräte. Getestet wurde dies zwar bisher nicht, jedoch ist das nicht ausgeschlossen. Das Gewicht dieser neuen Speicher-Generation ist darüber hinaus weitaus geringer, auch der Geräuschpegel während der Arbeitsprozesse ist deutlich geringer. Allerdings ist der Preis für Netbooks mit diesem Speicher wesentlich höher als bei einer herkömmlichen Festplatte. Weiterhin herrscht bei Experten Uneinigkeit bei der Preisentwicklung.

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